Der Integrationskurs ist der erste große Schritt für viele Menschen, die neu in Deutschland leben. Hier erfährst du, was er umfasst, wer teilnehmen darf – und wie die Anmeldung funktioniert.
Was ist ein Integrationskurs?
Der Integrationskurs ist ein staatlich gefördertes Programm des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Sein Ziel: Menschen, die neu nach Deutschland kommen, so schnell wie möglich sprachlich und gesellschaftlich zu integrieren.
Der Kurs richtet sich an alle, die dauerhaft in Deutschland leben möchten und noch keine ausreichenden Deutschkenntnisse haben. Am Ende steht ein anerkanntes Zertifikat, das du für viele weitere Schritte brauchst – von der Einbürgerung bis zur Verlängerung deines Aufenthaltstitels.
Aus welchen Teilen besteht der Kurs?
Ein Integrationskurs besteht aus zwei Bausteinen, die zusammen 700 Unterrichtseinheiten (UE) ergeben.
1. Sprachkurs – 600 Unterrichtseinheiten. Hier lernst du Deutsch von Grund auf, aufgeteilt in sechs Module zu je 100 UE. Ziel ist das Sprachniveau B1 – damit kannst du dich im Alltag, bei Behördengängen und im Job verständigen.
2. Orientierungskurs – 100 Unterrichtseinheiten. Im zweiten Teil geht es nicht mehr nur um Sprache, sondern um Deutschland selbst: Rechtsordnung, Geschichte, Kultur und Werte. Der Kurs endet mit dem Test "Leben in Deutschland" (LiD).
| Baustein | Umfang | Abschluss |
|---|---|---|
| Sprachkurs | 600 UE | DTZ-Prüfung (Niveau B1) |
| Orientierungskurs | 100 UE | Test "Leben in Deutschland" |
Wer hat Anspruch auf einen Integrationskurs?
Nicht jeder muss – aber viele dürfen oder müssen teilnehmen:
| Personengruppe | Situation |
|---|---|
| Neuzuwanderer mit Aufenthaltstitel | Anspruch bei dauerhaftem Aufenthalt |
| Asylberechtigte & anerkannte Flüchtlinge | Verpflichtung zur Teilnahme möglich |
| EU-Bürger*innen | Teilnahme nach Ermessen, bei freien Plätzen |
| Empfänger*innen von Grundsicherung | Verpflichtung durch das Jobcenter üblich |
| Spätaussiedler*innen | Anspruch auf Teilnahme |
Was kostet der Integrationskurs?
Die gute Nachricht zuerst: Für viele ist der Kurs komplett kostenlos – etwa bei Bezug von Grundsicherung oder anderen Sozialleistungen.
Wer keinen Anspruch auf Kostenübernahme hat, zahlt aktuell 2,29 € pro Unterrichtseinheit – bei 700 UE rund 1.603 € für den kompletten Kurs. Das klingt viel, aber es gibt Entlastungen: Kostenbefreiung bei Sozialleistungen, 50 % Rückerstattung bei zügigem Abschluss innerhalb von zwei Jahren, und Ratenzahlung bei den meisten Kursträgern.
Wie melde ich mich an?
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1
Anspruch oder Verpflichtung prüfen
Kläre beim BAMF, der Ausländerbehörde oder dem Jobcenter, ob du einen Anspruch hast oder zur Teilnahme verpflichtet bist.
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2
Zulassung beantragen
Du stellst einen Antrag auf Zulassung beim BAMF – online oder als Formular. Nach der Prüfung erhältst du einen Zulassungsbescheid.
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3
Kursträger finden
Suche dir einen zugelassenen Anbieter in deiner Nähe – zum Beispiel ZeBuS e.V. in Berlin-Neukölln.
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4
Einstufungstest & Kursstart
Ein kurzer Test vor Kursbeginn zeigt, in welches Sprachniveau du eingeteilt wirst. Danach kann es losgehen.
Häufig gestellte Fragen
Ist der Kurs auch online möglich?
Wie lange dauert der Kurs?
Was passiert, wenn ich die DTZ-Prüfung nicht bestehe?
Darf ich während des Kurses arbeiten?
Der erste Schritt zählt
Der Integrationskurs ist mehr als eine Pflichtübung – er ist die Grundlage für deinen Alltag, deinen Beruf und deine Zukunft in Deutschland. Und du musst den Weg nicht allein gehen.
Du möchtest wissen, ob du Anspruch auf einen Integrationskurs hast?
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